Darf's ein wenig weniger sein?

Die KUNST-AG der ABENDSCHULE besuchte am 14.12. die Ägypten-Ausstellung „Reise in die Unsterblichkeit„ im Archäologischen Museum in Frankfurt mit privater Führung

AG-Leiterin Nicole Schreiber-Mansmann hatte die Ausstellung ausgesucht, da sie laut FAZ „eine der schönsten Ausstellungen„ ist, „die das Archäologische Museum jemals vorgestellt hat„.
Das versprach doch spannend zu werden, denn ausgestellt wurden Mumien von Pharaonen und Exponate, die man sonst nur in Florenz zu sehen bekommt: So standen in den Schaukästen überwiegend internationale Leihgaben von Originalen aus dem ägyptischen Museum Florenz. Die Schüler staunten über eine Mumie, die ungeschützt von den sonst üblichen Glaskästen, fast schon zum Greifen nah, ausgestellt wurde, über mumifizierte Leichenteile wie einen Kopf, einen Fuß oder eine Hand. Fantasie wurde lebendig durch Geschichten aus dem phantastischen Land der alten Ägypter. Die Führung berichtete über mächtige Skarabäen, zum Verzehr gedachte steinerne Brote, ungewöhnliche Einbalsamierungsmethoden, bei denen ausgerechnet das Gehirn als funktionslos weggeworfen wurde, und über kleine steinerne Arbeitssklaven, die der tote, arbeitsscheue Pharao nach Belieben zum Leben erwecken konnte.
Doch als die Abendschüler gerade interessiert zum nächsten Raum marschieren wollten, war die Führung auch schon vorbei. Zur Überraschung bestand die in den Medien gepriesene Ausstellung für immerhin 9,50 Euro aus genau einem Raum. Danach hätte es die Möglichkeit gegeben, die Ausstellung noch privat zu durchstöbern – doch es gab schlicht nichts mehr zu sehen.

Diese Enttäuschung musste die Gruppe erst einmal mit einem Glühwein verkraften. Die meisten Kunst-AG-ler beendeten den kulturellen Teil des Ausflugs mit einem Ausflug zum Frankfurter Weihnachtsmarkt. Die romantische Stimmung, hübsch dekorierte Buden, zwei große historische Karussells und ein eigens aufgestelltes Fachwerkhaus mit Odenwälder Hönigspezialitäten vom Met, über Honigsekt und Drachenblut bis hin zu Lippenbalsam entschädigten die Schüler dafür voll und ganz. Einige Schüler erkundeten anschließend das Frankfurter Nachtleben und besonders kulturell Interessierte fanden sogar noch eine Abend-Kunstausstellung in einem weiteren Museum. (SM)